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Pressetext Landbote, 5. Mai, 1999

Premiere für Daniel Soukups Bilder in der Galerie an der
Merkurstrasse

Stationen eines inneren Prozesses

Die reliefartige Mischtechnik mit Quarzsand lässt Daniel
Soukup den Spielraum für Experimente und Neues. Seit
drei Jahren beschreitet der junge Künstler neben dem
Studium einen eigenwilligen Weg. Stark von Struktur und
Schichtung geprägt, wirken seine neuen Werke wie
Fossilien aus einer anderen Zeit.

Daniel Soukups Bilder wirken kontemplativ. Meist in wenigen
gedeckten Farben gehalten, besteht ihr Reiz vor allem in den unterschiedlichen Strukturen, in der Wechselwirkung zwischen
Mattigkeit und Glanz, je nach Distanz zum Werk. Hauptfarbton
sowie Oberflächenbehandlung erinnern oft an das Material Stein.
Risse oder nachträglich angebrachte Verletzungen widerlegen
diesen ersten Eindruck. Die Entstehung seiner Werke beschreibt
Soukup als sehr verschiedenartig. Die harte Masse lasse sich
zum Beispiel gut abspitzen.

Die älteren figurativen Bilder vermochten Soukup auf Dauer nicht
zu befriedigen, da sie beim Betrachten zu schnell an Spannung
verlieren. Heute geht er meist mit einer Bildidee ans Werk. Ist die
erste Schicht - oft in leuchtender Farbe - aufgetragen, entscheidet
er, ob sich die Weiterarbeit lohnt. Danach fügt er etwas hinzu,
entfernt es wieder, bis die Wirkung befriedigt.

Mühe mit Loslassen

"Fertige" Bilder hängen während zwei Wochen in seinem Zimmer,
damit er sie noch etwas wirken lassen kann. Der Arbeitsprozess
erfordert immer wieder Loslassen und etwaiges Ändern. Noch tut
sich Soukup schwer damit, Bilder zu verkaufen. Sie dokumentieren
seinen inneren Prozess und sind aufgrund der Produktionstechnik
nicht reproduzierbar.
Daniel Soukup hat während der Schulzeit in Seuzach gern
gezeichnet. Heute studiert er Deutsch, Geschichte und Englisch
und lebt in Winterthur. Wenn ihm das Studium zu kopflastig wird,
arbeitet er an seinen Bildern. Seit drei Jahren experimentiert er
mit einer Mischtechnik aus Quarzsand und Acrylfarbe oder
Acryllack. Er beschreibt die Masse als besonders reaktionsbereit -
sie lässt sich mit mehr oder weniger Wasser mischen, auf
verschiedene Arten trocknen und während dem Trocknungs-
prozesses beeinflussen. Je nach Trocknungsart bekommt die
Oberfläche Risse. Grosse Bilder trägt er auf Stoffgrund, kleine
auf festen Presspan auf. Fertige Arbeiten bestehen aus zwei
bis fünf Schichten und sind ziemlich schwer. Da die Bilder in der
Galerie nicht gedübelt werden durften, sind sie an speziellen
Halterungen ausgestellt.

Kathrin Gebert-Kuhn
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