Pressetext
Landbote, 14. Mai, 2002
Erfahrungen mit Rot und Sand
Daniel
Soukups Bilder brauchen Zeit. Viel Zeit. Manchmal sogar
mehrere Jahre. Doch jetzt sind sie fertig und bereit für
eine Ausstellung.
"Cappuccino",
"Grüner Hund", Café "Trojka",
Restaurant "Löwen", "Ciel Bleu"
und viele andere Bars, Cafés und Restaurants mehr
lassen ihre Wände schon lange nicht mehr nur weiss
sein. Wo man hinsieht: lauter Kreativität. Seit einiger
Zeit haben auch die Quartierzentren damit angefangen, alternative
Ausstellungsräume zu den Galerien zu sein. So bietet
derzeit das Quartier- und Begegnungszentrum "Am Buck"
in Oberwinterthur-Wallrüti dem Maler Daniel Soukup
die Möglichkeit, seine Werke zu zeigen.
Verliebte
Landschaft
Soukups
grosser Einfluss ist Antoni Tàpies. Seit gut sechs
Jahren mischt er die Farben mit Sand und den Sand mit Leim,
spachtelt und ritzt und befolgt dadurch so ziemlich die
Arbeitstechnik des Tachismus. Was dabei herauskommt, sind
aber nicht blosse Abklatsche der Reliefbilder des weltberühmten
Spaniers. Soukups Bilder sprechen eine andere Sprache. So
zum Beispiel die eingeritzten Schriftzeichen auf grosser
schwarzer Fläche, ein Werk mit Namen "Inschriften
I", das an antike Schriftrollen erinnert. Auch in Bezug
auf die Farben entfernt sich der junge Künstler vom
grossen Meister. Soukups Vorliebe für Grau- und Blautöne
ist nicht zu übersehen. Es sind vor allem früher
entstandene Bilder wie "Landscape In Love With The
Moon" (1999), die durch ihre Düsterheit und Grösse
(120x80 cm) den Raum fast ein bisschen unterkühlen.
Als Kontrast dazu sticht eine Serie jüngerer Werke
ins Auge, für welche sich Soukup ausschliesslich des
roten Farbkübels bedient hat.
Sei
es das spezielle Rot oder Soukups fortgeschrittene Erfahrung
mit dem Sand, auf jenen Bildern kommt der reliefartige Farbauftrag
besonders schön zur Geltung. Man darf gespannt sein,
was von Daniel Soukup in Zukunft noch zu sehen sein wird.
Regula
Geiser
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